Wehrli Stiftung 
 des Birsecks 

Entstehung und Geschichte

Die Wehrli Stiftung entstand aus dem Testament datiert mit 28. März 1779 des damals 45-jährigen, alleinstehenden Oberwiler Bürgers Johann Jakob Wehrlin. Dieses sah unter vielen andern Zuwendungen eine Gabe von 6000 Pfund für die Errichtung eines Waisenhauses für Kinder aus den Landvogteien Laufen, Pfeffingen und Birseck des damaligen Fürstbistums Basel vor. Aus der Hinterlassenschaft von Wehrlins 1803 verstorbenen, geistig behinderten Schwester Agnes kamen später weitere 6000 Pfund dazu. 1781 starb Wehrlin, aber ein Waisenhaus wurde infolge der Eroberung des Fürstbistums Basel durch Frankreich, der 1815 vom Wiener Kongress verfügten Teilung des Laufentals und des Birsecks sowie der Sezession des letzteren von Basel im Zusammenhang mit der Kantonstrennung nicht realisiert. So wuchs der Fonds in den ersten hundert Jahren trotz verschiedener Teilungen auf rund das Fünffache seiner ursprünglichen Höhe an. 

1872 beschloss die Birseckische Verwaltungskommission, aus jeweils 75% der Zinserträge arme, verwaiste und verwahrloste Kinder zu unterstützen. Als die Verwaltungskommission 1881 aufgelöst wurde, übernahm eine aus den Armenpflegepräsidenten der neun Birsecker-Gemeinden gebildete Wehrlikommission diese Aufgabe. Bis 1940 unterstützte sie rund 500 Kinder, entweder als Halbwaisen in ihrer Familie oder in einer Berufsausbildung, oder nach ihrer Versorgung in eine Pflegefamilie oder Anstalt. Über Letztere übernahm die Wehrlikommission nach Inkrafttreten des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 1912 die als «Amtsvormundschaft» bezeichnete Vormundschaft. Im Gegensatz zur Unterstützung, die meist mit Schulabschluss nach abgeschlossenem 14. Lebensjahr endete, erstreckte sich die Vormundschaft bis zum 20. Lebensjahr. 

Diese umfassende Versorgung von Kindern endete 1935 mit der Entdeckung einer massiven Misswirtschaft durch den verstorbenen Kassier, welche das Stiftungsvermögen um 60% verminderte. Eine Unterstützung im bisherigen Ausmass konnte nicht aufrechterhalten werden, und die Wehrli Stiftung beschränkte sich in der Folge auf die Auszahlung von Ausbildungsbeiträgen.
 


Literatur Empfehlung

Die Wehrlistiftung und ihre Kinder: Vom Verschwinden des historischen Birseck: Dr. Utz, Hans - ISBN 9783856738020. 
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